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Leseprobe 2/2004 PDF Drucken E-Mail

Betagt - na und?

Mit Nahrungsergänzungsprodukten fit bis ins hohe Alter

Die Bevölkerung wird älter, die Krankheiten nehmen zu. Ein neues Marktsegment nimmt sich der funktionellen Lebensmitteln für Senioren an.

Ein hohes Alter zu erreichen ist heutzutage äußerst realistisch. Dabei machen dies altersbedingte Gebrechen nicht in jedem Fall erstrebenswert. Immer mehr Wirkstoffe, die den altersbedingten Erkrankungen auf den Leib rücken sollen, drängen auf den Markt. Eine neue Käuferschicht ist „geboren“.
Doch während sich die Marketingexperten die Gehirne zermartern, wie man einem Senior, der ja eigentlich nicht zu den „Alten“ zählen möchte, ein typisches Seniorenprodukt schmackhaft macht, sollte ein viel größerer Schwerpunkt auf die Vorbeugung gelegt werden. Den meisten potenziellen Erkrankungen kann man schon von Kindesbeinen an entgegen wirken.
Von den im Alter besonders häufig auftretenden Erkrankungen werden hier Dickdarmkrebs, Herz-Kreislauf-Schwächen, Osteoporose und altersbedingte Erblindung beschrieben und neue Möglichkeiten ihrer frühzeitigen Bekämpfung.

Kampf dem Krebs

Dickdarmkrebs ist heutzutage die am weitesten verbreitete Krebserkrankung in Europa. Das von der Europäischen Union geförderte SYNCAN Forschungsprogramm, das von ORAFTI, Hersteller von Inulin und Oligofructose, geleitet wird, soll untersuchen, ob Pro-, Pre- und Synbiotica -eine Kombination aus Pre- und Probiotica - das Risiko einer Erkrankung an Dickdarmkrebs vermindern können. Ein entscheidender Bestandteil des Projektes ist eine Doppelblindstudie mit 80 freiwilligen Testpersonen, denen entweder die Darmpolypen (potenzielle Krebsvorstufe) entfernt worden waren oder die zuvor aufgrund einer bereits akuten Darmkrebserkrankung behandelt worden waren. Die synbiotische Behandlung bestand aus 10 g Raftilose®Synergy1 und probiotischen Bakterien in Form von Kapseln, die den Teilnehmern täglich an zwölf aufeinanderfolgenden Tagen zugeführt wurden.
Mehrere Biomarker für Darmkrebsrisiko wurden durch die synbiotische Behandlung positiv angepasst. Die Testpersonen in der synbiotischen Gruppe zeigten eine deutlich verminderte Schädigung der DNA-Zellen, im Vergleich zu denjenigen, denen das Blindpräparat verabreicht worden war. Die überzeugenden Ergebnisse des SYNCAN-Projektes rechtfertigen weitere Human-Studien, in denen anstelle einer synbiotischen, ausschließlich eine prebiotische Zutat wie etwa Raftilose®Synergy1 verwendet wird. Damit würde den Forschern ermöglicht, die Auswirkungen dieser Zutat auf die verbesserte Darmkrebsabwehr weiter zu erforschen.

Isoflavone statt Hormone

Osteoporose ist eine Krankheit, die im Wesentlichen Frauen während und nach der Menopause betrifft. In England leiden jede dritte Frau und jeder zwölfte Mann an dieser Krankheit. Aus diesem Grund sind Lebensmittel und Getränke, die die Knochengesundheit unterstützen, heutzutage wichtiger als je zuvor.
Der Abbau von Knochensubstanz während und nach der Wechseljahre ist eng mit der nachlassenden Hormonproduktion des Körpers verknüpft. Die Medizin empfiehlt daher Frauen in dieser Lebensphase vielfach eine Hormonersatztherapie. Doch viele Frauen lehnen eine derartige Hormon-Behandlung ab, da ihr auch negative Wirkungen wie zum Beispiel ein gesteigertes Krebsrisiko zugeschrieben werden. Eine andere natürliche Maßnahme zur Reduzierung des Osteoporose-Risiokos ist die Einnahme von Isoflavonen.
In Tierstudien konnte gezeigt werden, dass Sojaisoflavone den Knochenabbau in einer vergleichbaren Weise verhindert, wie menschliches Östrogen und sogar die Knochenneubildung anregt. Neuere Studien zu diesem Thema erhärten diese Aussagen.
In einer umfangreichen Studie wurden chinesische Frauen, die die Wechseljahre schon hinter sich haben, ein Jahr lang mit einem Sojaisoflavon-Präparat behandelt. Die jeweils 70 Personen umfassenden Gruppen erhielten eine tägliche Dosis von 40 beziehungsweise 80 mg Isoflavone beziehungsweise ein Placebo. Diejenigen Frauen, die die hohe Dosis - entsprechend 3 Tassen Sojamilch pro Tag - einnahmen, entwickelten eine statistisch signifikante Zunahme der Knochenmineraldichte des Hüftknochens. Dagegen konnte bei der Gruppe mit der niedrigeren Isoflavondosis keine Verbesserung verzeichnet werden. Die Studie legt nahe, dass eine relativ große Menge an Isoflavonen verzehrt werden muss, um das Knochenwachstum kurzfristig anzuregen. Epidemiologische Untersuchungen lassen allerdings vermuten, dass eine wesentlich geringere Menge an Isoflavon benötigt wird, wenn ein Leben lang Soja verzehrt wird.
In einer weiteren Studie wurde 87 Chinesinnen nach den Wechseljahren über einen Zeitraum von 24 Wochen eine tägliche Dosis von 84 oder 126 mg Isoflavon verabreicht. Als Positivkontrolle diente eine Gruppe, die mit einem östrogenartigen Präparat behandelt wurden. Nach Ablauf der 24 Wochen hatte bei der Placebo-Gruppe die Knochendichte der Wirbelsäule bereits messbar abgenommen. Bei allen anderen Gruppen konnte ein moderates, jedoch nicht signifikantes Knochenwachstum ermittelt werden. Allerdings nahm eine Markersubstanz, die den Knochenabbau anzeigt, gegenüber der Placebo-Gruppe deutlich ab.
Dagegen zeigte eine Studie, die an holländischen Frauen im Alter von 60 bis 75 Jahren durchgeführt wurde, keine Verbesserung der Knochendichte von Wirbelsäule und Hüfte nach einer ein Jahr dauernden Behandlung mit 99 mg Sojaisoflavon pro Tag. Die Studie zieht die Schlussfolgerung, dass das relativ hohe Alter der Testpersonen Grund für den ausbleibenden Erfolg der Isoflavongabe war.
Auf Basis der erwähnten Studien wird empfohlen täglich zwischen 40 und 100 mg Sojaisoflavon zu sich zu nehmen. Dies kann entweder in Form von zwei bis drei Portionen an Sojaisoflavon-reichen Lebensmitteln oder als Nahrungsergänzungsmittel wie Novasoy von ADM sein, das in 20-, 40- und 70%-iger Konzentrationen angeboten wird.

Bessere Calciumresorption

Die meisten Verbraucher sind sich der Bedeutung von Mineralstoffen wie Calcium, für den Aufbau gesunder Knochen bewusst. Viele Verbraucher wissen jedoch nicht, dass zwei Drittel des Calciums, das wir mit der Nahrung zuführen, vom Körper nicht aufgenommen werden kann. Auch ist meist unbekannt, dass auch andere Mineralstoffe wie etwa Magnesium für den Erhalt der Knochendichte maßgeblich sind.
Eine Studie des VA Palo Alto Health Care Systems in Kalifornien aus dem Jahr 2003 liefert neue Beweise dafür, dass Raftilose®Synergy1 die Resorption von Mineralstoffen und den Einbau in die Knochensubstanz verbessert. Teilnehmerinnen der zufallsgesteuerten Kreuzstudie waren 15 Frauen nach den Wechseljahren. Diese erhielten über einen Zeitraum von 6 Wochen zweimal täglich entweder 6 g Raftilose®Synergy1 oder ein Placebo. Im Anschluss an eine sechswöchige Waschperiode folgten weitere sechs Wochen, in denen die Teilnehmerinnen wiederum Raftilose®Synergy1 beziehungsweise das Placebo erhielten. Die Resorption von Calcium und Magnesium wurde zu Beginn der Studie sowie sechs Wochen nach jeder Behandlungsperiode bestimmt. Die Wissenschaftler beobachteten eine signifikant verbesserte Mineralstoffresorption bei den Frauen, die Raftilose®Synergy1 bekamen.
Die meisten Therapien gegen Osteoporose greifen erst dann ein, wenn bereits eine verminderte Knochendichte festgestellt wurde. Neuere Studien zeigen aber, dass bereits beim Knochenaufbau in jungen Jahren einer späteren Osteoporose vorgebaut werden kann und sollte.

Die Augengesundheit erhalten

Augenerkrankungen, die zur Blindheit führen, sind nahezu ausschließlich auf das zunehmende Alter zurückzuführen. Die Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Und die Anzahl der Erkrankten wird laufend zunehmen, da unsere Senioren immer älter werden. Bestimmte Risikofaktoren können diesen Prozess beschleunigen. Besteht eine genetische Veranlagung, ist es besonders wichtig, die potenziellen Risiken zu überwachen.
Die AMD befällt die Netzhaut, die dünne transparente Schicht aus Nervengewebe, aus der die innere Schutzschicht des Auges besteht. In der Netzhaut wird Lichtenergie in elektrische Impulse durch eine Änderung der räumlichen Anordnung des licht-sensitiven Proteins Rhodopsin umgewandelt und über den Sehnerv ins Gehirn geleitet. Die Omega-3-Fettsäure Docosahexansäure (DHA), die in der Netzhaut angereichert ist, spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Impulse.
Zwar ist noch nicht erwiesen, was AMD auslöst, jedoch weiß man, dass Rauchen, ein hoher Konsum von gesättigten Fettsäuren und Cholesterin ebenso wie andere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck zumindest statisch gesehen die Entwicklung von AMD fördern. Auch häufige Sonneneinstrahlung hat einen negativen Einfluss. Interessanterweise kommt diese Augenerkrankung in solchen Bevölkerungsschichten, die einen hohen Fischkonsum haben, nur selten vor. Verschiedene Studien zeigen, dass ein regelmäßiger Verzehr von Fisch das AMD-Risiko stark reduziert, eine Ernährung mit viel Cholesterin und ungesättigten Fettsäuren dagegen das Risiko deutlich erhöht. Die in der Netzhaut angereicherte DHA ist eine der in Fisch am häufigsten vorkommenden Omega-3-Fettsäuren. Neben anderen wichtigen Funktionen in der Netzhaut schützt DHA die Netzhaut vor oxidativer Belastung. In mehreren Studien zur Wirkung von Antioxidantien auf die oxidative Belastung schnitt eine Kombination aus DHA und Zink besonders gut ab, Vitamin E alleine zeigte dagegen keine Wirkung. Die Schlussfolgerungen der epidemiologischen Studien sollen nun mit einer groß angelegten klinischen Studie in Frankreich untermauert werden.
Die Entwicklung altersbedingter Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer und AMD beginnt wahrscheinlich bereits Jahrzehnte vor dem Auftreten der ersten Symptome. Es ist daher wichtig, bereits in jungen Jahren rechtzeitig mit der Verhütung dieser Krankheiten zu beginnen. Dafür bietet zum Beispiel Pronova Biocare entsprechende DHA-Präparate an.
Ebenfalls als Vorbeugemaßnahme gegen AMD wird Lutein empfohlen. Lutein ist ein antioxidatives, fettlösliches Pflanzenpigment und gehört zur Xantophyll-Familie der Corotinoide. Lutein ist in großen Mengen in der Makula und der Netzhaut enthalten, wo es wie ein Filter vor den schädlichen Einflüssen von UV-Licht schützt. Es trägt außerdem dazu bei, die oxidative Belastung durch freie Radikale zu verhindern. Ein Mangel an Lutein ist zwar nicht eindeutig nachgewiesen, doch entwickeln Personen, die regelmäßig Lutein zu sich nehmen deutlich seltener eine altersbedingte Makula-Degeneration. Lutein dient außerdem zur Vorbeugung gegen eine andere altersbedingte Augenkrankheit, den Grauen Star. Lutein wird beispielsweise von Kemin Foods Europe und von DSM Nutritional Products/Roche Vitamins angeboten.